„Der Sonnensturm“ von Andrew G. Berger

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Als im Jahr 2051 ein gigantischer Sonnensturm die Erde trifft, zerstört ein weltweiter EMP fast alle digitalen Geräte und Stromversorgungen. Die künstliche Superintelligenz Tron entmachtet die Menschen. Das Leben in den sauberen Städten bricht zusammen. Sie versinken in Barbarei und Chaos.

In den Wirren dieser Apokalypse trifft Julia (17), ein Mädchen aus der zur Lebenshölle gewordenen sauberen Stadt CC 12, auf Winston, einen 18-jährigen Siedler, dessen Dorf in der Wildnis liegt und dessen Bewohner jegliche Nutzung digitaler Technik strikt ablehnen. Die Katastrophe lässt die einst getrennten Welten aufeinander prallen.

In den Abenteuern und Kämpfen, die Julia und Winston gemeinsam bestehen, sind sie gezwungen, sich mit den Prinzipien ihrer Welten auseinanderzusetzen und mit Zähnen und Klauen um ihr Überleben zu kämpfen. Doch Winston und Julia entdecken auch ihre Liebe füreinander und ihre Bestimmung im Kampf der freien Menschen gegen Tron und seine Maschinen. Denn Julia verfügt über eine besondere und mächtige Gabe …

Andrew G. Berger | Kindle | Tolino | Taschenbuch

Julia saß auf ihrem Ergometer und strampelte eifrig. Vielleicht versuchte sie immer noch, ihren Ausrutscher wieder wettzumachen. Jedenfalls lag Julias Wert bei der Stromproduktion jetzt deutlich im grünen Bereich.
Eine Nachricht poppte vor ihr auf: „Wir sind am See, kommst Du?“
Julia zögerte kurz. Dann stieg sie vom Ergometer und ging zu ihrem Tisch. Dort lag ihre VR-Brille. Julia hob sie hoch und setzte sie auf.
„Aktiviere Elysium! Zum Seeufer! Letzte Location!“, befahl sie dem Raum und berührte ihr Brillengestell – ein FLASH …
… und schon war sie mit ihrem Avatar im Elysium, diesmal am Ufer eines großen Sees. Die anderen Mitglieder ihrer Clique waren schon da. Der See lag in einer idyllischen Landschaft – blauer Himmel, türkisfarbenes Wasser, grüne Hügel, kleine Buchten, sanfte Wiesen und Strände, bunte Vögel. Ein Paradies.
Julias Avatar sah sich um. Schließlich entdeckte sie ihre Freunde und lief zu ihnen.
„Na, was geht?“, fragte Sven.
„War auf dem Ergo“, antwortete Julia.
„Du wirst ja noch richtig fleißig“, frotzelte Bian. „Hast wohl Schiss, dass sie dich nicht aus der Wabe lassen!“
Julia zeigte ihr den Stinkefinger. Dann setzte sie sich zu den anderen und blickte hinaus aufs Wasser. Sie schwiegen eine Weile.
„Ob es so was auch in Wirklichkeit gibt?“, fragte Julia schließlich nachdenklich.
Fatma zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung. Wir werden es ja bald wissen … wann wirst du 18?“
„In zwei Monaten“, erwiderte Julia und lächelte. „Ich kann es kaum erwarten!“
„Ich bin in drei Monaten an der Reihe“, sagte Fatma. „Wir alle …“
„Svenie wird dann sicher traurig sein, weil er nicht mehr strampeln darf …“, spottete Orhan.
„Du Vollpfosten“, konterte Sven und versuchte, Orhan gegen den Arm zu boxen. Doch der wich ihm grinsend aus.
„Wir alle werden in diesem Jahr 18“, brachte Fatma ihren Satz zu Ende. „Ich bin schon ganz gespannt, wie das Leben draußen ist!“
„Ja, ich auch“, bestätigte Julia. „Das wird echt cool, wenn wir uns zum ersten Mal wirklich sehen – ich meine, in echt! Wir könnten dann wirklich zusammen sein …“
Bian dagegen ließ sich von diesen Träumereien nicht anstecken: „Das Leben in der Wabe hat auch seine Vorteile: Wenn ich keinen Bock mehr auf euch hab, geh ich einfach offline – und schon bin ich euch los …“
„Sheesh!“, entgegneten Emilia und Fatma wie aus einem Mund.
Bian grinste. Ihr gefiel es, die anderen zu provozieren.
Sie schwiegen einen Moment und sahen in die Abendsonne, die Fake war wie alles hier. Das wussten sie natürlich. Aber sie genossen den Ausblick trotzdem.
Emilia sah zu Julia: „Glaubst du denn, dass das so anders ist, ich meine, sich in echt zu treffen?“
„Klar!“, antwortete Julia und sah zu ihr. „Erinnerst du dich denn nicht mehr daran, wie es war, als wir noch bei unseren Müttern gelebt haben?“
„Doch“, stimmte Fatma ihr zu und schwieg.
Alle hingen stumm ihren Erinnerungen nach, dachten an ihre Mütter.
„Ich bin schon gespannt, wohin sie uns schicken …“, unterbrach Emilia die Stille schließlich.
„Vielleicht können wir sogar zusammen arbeiten …“, hoffte Julia.
„Da bin ich nicht so sicher … „, warf Bian ein.
Alle sahen zu ihr.
„Wieso?“, fragte Orhan.
„Wieso? Weil Julia dauernd zu wenig Strom produziert und es wahrscheinlich vermasseln wird!“, stichelte Bian.
Fatma nahm Julia in Schutz: „Bian, sei doch nicht so bitchy!“
„Vielleicht darf sie gar nicht raus!“, fuhr Bian ungerührt fort.
Julia wollte sich erheben, doch Emilia legte ihr besänftigend die Hand auf die Schulter: „Julia, bleib cool, sie meint es doch nicht so …!“
Doch Bian goss noch Öl ins Feuer: „Natürlich mein ich es so! Sie lost doch nur ab …!“
Julia sprang auf…
Da brach die virtuelle Spielebene zusammen und Julia war zurück in ihrer Wabe.
Doch dort war alles ganz anders als sonst. Es war völlig dunkel. Pechschwarz. Fast absolut still. Nur Julias Atmen war noch zu hören.
„Was soll das? Licht an!“, befahl Julia überrascht.
Keine Reaktion.
„Licht an!!!!“, wiederholte Julia, nun schon etwas lauter und nervöser. „Ich hab genug Strom produziert. Ich bin weit im grünen Bereich!“
Nichts. Keine Antwort, keine Reaktion, kein Licht.
„Licht an! Was ist los? Warum spricht keiner mit mir?“
Der Raum blieb stumm, das Licht blieb aus.
„Hilfe!“, rief Julia zaghaft. Nichts.
„HILFEEE!“, schrie Julia nun, so laut sie konnte. „LICHT AN! HILFEEE! LICHT AN! HILFEEEEEEE!!!!!“
Nichts. Keine Reaktion. Ihre panischen Schreie verhallten ungehört. Es blieb stockdunkel. Julia hörte nur ihren eigenen keuchenden Atem und ihr laut pochendes Herz…
„Mama!“, schluchzte Julia schließlich leise. „Mama!“

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