„Der Alpha: Fluch des Dämon“ von V. Ision

In einer zerfallenen Welt voller Zwiespalt und seltsam mutierten Kreaturen, strebt eine junge Kriegerin danach, sich einen Namen zu machen. Als Tochter des Herrschers reicht es ihr nicht, ihre Kampfkünste nur innerhalb des Clans unter Beweis zu stellen. Selbstsicher und unbeherrscht verfolgt sie ihre eigenen Wege.

Doch die wachsende Bedrohung der Entarteten, die sich hinter ihrem Anführer versammeln, verändert ihre und die Welt der Menschen gewaltig. Als dann noch ihr unheilbringender Fluch entfesselt wird, findet sie sich plötzlich in einer völlig unkontrollierten Lage wieder. Ihre Überzeugungen werden durch eine allmächtige Kreatur zerrüttet und sie muss sich entscheiden, für was und wen sie kämpfen wird. Ist sie bereit, ihr Schicksal anzunehmen?

V. Ision | Kindle | Taschenbuch

Ich war zu erschöpft, um über mein weiteres Vorgehen zu rätseln, stattdessen starrte ich getrost in die Tiefe des Waldes hinein, ohne ein Ziel zu fixieren, und völlig leer im Geist. Eine sanfte Müdigkeit umschloss mich. Jäh wurde sie von einer bedrohlichen Ahnung durchschnitten. Zwei glühende Augen beobachteten mich. Sie stierten aus der Finsternis zu mir. Dies war kein Traum mehr, es geschah wirklich! Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich hier verschwinden musste und das schnell. Der Schmerz hatte nachgelassen, so versuchte ich, mein Bein zu belasten. Ein leichtes Stechen ging von der Naht aus, aber es war erträglich. So hatte ich zumindest eine geringe Chance. Langsam bewegte ich mich rückwärts, ließ den Beobachter nicht aus den Augen. Bemüht, ruhig zu bleiben, nichts zu überstürzen. Schritt für Schritt brachte ich mehr Abstand zwischen den Unbekannten und mich. Ich drehte mich um und humpelte so schnell es mein geschwächtes Bein erlaubte, am Bach entlang. Ich vermutete, dass es hier eine Brücke geben könnte, und dort wäre auch ein Weg zur Orientierung. Allerdings musste ich erst einmal dorthin gelangen. Immer wieder blickte ich über die Schulter, doch die Augen waren verschwunden, wider dem Gefühl verfolgt zu werden. Das blieb. Es war schwer, auf dem unebenen Boden zügig voranzukommen. Mein Instinkt trieb mich immer weiter. Flucht war die einzige Möglichkeit, mein Leben zu retten. So absolut wehrlos war ich durch dieses Etwas, dass mir auflauerte, extrem bedroht. Aufgrund der stetig steigenden Hektik achtete ich nicht auf den Boden, sodass ich das Erdloch übersah. Mein Fuß blieb hängen und mein plötzlich vollkommen belastetes, labiles Bein konnte meinem vollen Körpergewicht nicht standhalten und knickte weg. Keine Möglichkeit, den Sturz zu verhindern, lag ich versteinert am Boden und unterdrückte den übermächtigen Impuls, zu schreien. Ich wartete, bis der Schmerz abgeklungen war und zusätzlich einen Moment, um zu lauschen. Bis auf das leise Säuseln des Windes und das Fließen des Baches war nichts zu hören. Die Anspannung wich von mir. Vorsichtig setzte ich mich auf. Dann erstarrte ich mitten in der Bewegung, ich konnte es nicht sehen, aber ich spürte die Gegenwart eines Wesens, das eine perfide Aggressivität ausstrahlte. So immens, dass man sie wahrnehmen konnte. Voller grausiger Vorahnung, was nun folgen würde, drehte ich meinen Kopf nach hinten. Ich erblickte zwischen den Bäumen eine geduckte Gestalt, mindestens doppelt so groß wie ein Pferd und um einiges massiger. Meine Augen mussten mich täuschen! Es konnte kein Tier dieser Ausmaße existieren. Sein weißes Augenpaar war auf mich gerichtet. Ich wagte es nicht, mich zu bewegen und beobachtete abwartend meinerseits die Gestalt. Sie erhob sich langsam und baute sich drohend zu seiner wahren Größe auf. Sie trat mit schwerfälligen Schritten aus dem Wald ins Licht und offenbarte einen monströsen Killer mit riesigen Eckzähnen, die aus dem Maul des klobigen Kopfes hervorragten. Ein Schock durchfuhr mich. Mir wurde klar, dass ich eine entartete Kreatur vor mir hatte. Ähnlichkeiten mit einem Bären. Aber eine gewaltige Mutation. Der Anblick dieses Ungeheuers lähmte meine Glieder und ich war nicht imstande, mich zu rühren. Als hätten diese Augen eine hypnotisierende Wirkung, konnte ich meinen Blick nicht von ihm abwenden. Die bärenähnliche Gestalt zog mich in seinen Bann, der Hauch eines Geruches streicht meine Nase und kam aus der Richtung des Mutanten: Blut!

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