„Weihnachtsbaum zu verschenken“ von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Dass sich ihr Bruder Tim in eine Kanadierin verliebt – okay. Aber muss er diese Vicky unbedingt nach fünfmonatiger Fernbeziehung – zack – in Las Vegas heiraten? Und die Familie erfährt es hinterher? Böser Fehler!

Trotzdem schafft es Tim, Jana mit der Aussicht auf sanft rieselnde Schneeflocken, winterliche Outdoor-Aktivitäten und stimmungsvolle Abende am flackernden Kaminfeuer zu überreden, Weihnachten mit der kanadischen Neufamilie auf Vancouver Island zu verbringen.
Während des Fluges lernt sie den attraktiven John kennen, sie tauschen Handynummern aus. Auf dem Vancouver Christmas Market trifft Jana überraschend eine ehemalige Schulfreundin wieder. Die bringt zu einem Treffen ihren sympathischen Bruder mit. Ryan, ein Freund Vickys, lädt Jana zu einer Schneeschuhtour ein. Er ist das, was man sich unter einem echten kanadischen Kerl vorstellt.

So erhalten die Urlaubstage für Jana unerwartet aufregende und romantische Nuancen.

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Musste es ausgerechnet Kanada sein? Vancouver Island. Da hatte Jana erst einmal die Suchfunktion im Internet bemühen müssen, wo das überhaupt lag!
Die verschiedensten Gefühle tobten in ihr, während sie den Koffer packte, und das zum dritten Mal. Sie bekam die Winterklamotten nicht alle hinein, aber für einen Aufenthalt von drei Wochen sollten es eben nicht nur drei Pullis, vier Shirts und zwei Hosen sein.
Die wattierte hellblaue Wohlfühljacke musste unbedingt mit, die ihr so gut zu ihrem dunklen Haar stand und zu der sie ihre farbigen Jeans kombinieren konnte. Die Jacke auf dem Flug zu tragen war keine pralle Idee, sie war zu voluminös und Jana hatte zudem Sorge, dass sie Schaden im Gepäckfach über ihrem Sitz nahm. Die Fluggäste warfen ihre Handkoffer nämlich erfahrungsgemäß einfach oben hinein oder zerrten sie heraus, ohne Rücksicht auf empfindliches Material.
Also noch einmal: Was musste zwingend mit, neben der Kosmetik und anderen Notwendigkeiten wie Schuhe, Unterwäsche, Socken? Die schwarze, rote, graue, dunkelblaue und bleached Jeans wanderten in den Koffer. Dazu mehrere Shirts und vier Pullover. Erneut zu viel! Okay, rote Jeans, zwei Shirts und ein Pullover wieder raus.
Das Telefon unterbrach ihren Kofferstress.
Mit einem Seufzer verließ sie, noch unverrichteter Dinge, ihr Schlafzimmer Richtung Sideboard im Wohnzimmer, wo ihr Handy lag. Ein Blick auf das Display zeigte die Nummer ihres Bruders, der ihr das alles eingebrockt hatte!
»Hi Schwesterchen«, tönte es fröhlich. »Schon aufgeregt?«
»Wahrscheinlich kann ich gar nicht kommen, Tim. Ich kriege alle Dinge, die ich benötige, nicht mit«, jammerte sie.
»Ich weiß echt nicht, was du für Schwierigkeiten hast, Jana. Stell dir vor, wir besitzen eine Waschmaschine! Und wir haben hier auf Vancouver Island ein paar gute Einkaufszentren. Du kannst dich somit durchaus mit Kleidung versorgen, sofern du feststellst, dir fehlt etwas.«
»Dann brauche ich auf dem Rückweg einen zweiten Koffer«, folgerte Jana.
Sie hörte ihren Bruder lachen. »Na und? Wo ist denn da dein Problem? So immens teuer ist Übergepäck nun auch nicht. Außerdem könntest du auf diese Weise tolle Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen. Habe ich recht – oder habe ich recht?«
Dem musste Jana schweren Herzens zustimmen.
Die Frage war sowieso, würden überhaupt gute Erinnerungen mit nach Hause reisen.
»Da wir gerade bei warmen Klamotten sind«, sprach ihr Bruder gutgelaunt weiter, »bei uns liegt wunderbar fluffiger Schnee. Du wirst begeistert sein und es lieben, glaube mir! Der erste Schnee hatte sich malerisch angekündigt. Abends war es knackig kalt. Dicke, schneelastige Wolken bauschten sich auf. Am Morgen lag die Landschaft unter einer glitzernden weißen Decke. Und diese klare Luft! Du kennst das doch, da hat man das Gefühl, mit jedem tiefen Atemzug wird die Lunge vollständig gereinigt. Es wird dir gefallen.« Ihr Bruder schwenkte kurz in die Vergangenheit zurück. »Erinnerst du dich noch an unsere Kindheit? Wenn wir aufwachten, es über Nacht weiß geworden war und die hübschen Schneeflocken leise vom Himmel rieselten?«
»Ja, das war lustig. Wir zwei sind von Fenster zu Fenster gerannt, um zu sehen, ob es dort auch geschneit hatte. Und Nick hat auf seinen dünnen, kurzen Beinchen versucht, uns beide einzuholen, es nicht geschafft und natürlich geheult«, amüsierte sich Jana.
»Und Mama hat mit uns geschimpft, wir sollten unseren kleinen Bruder nicht ärgern, sondern mitnehmen.«
»Wie lange das schon her ist!«
»Und jetzt sehen wir zusammen wieder Schnee. Ich zeige dir die schönsten Seiten von Vancouver Island im Winter. Wenn wir Glück haben, können wir sogar einen Weißkopfseeadler beobachten. Außerdem lässt es sich am Mount Washington wunderbar Ski fahren. Wir werden gemeinsam, wie früher im Urlaub mit Mama und Papa, die Hänge runterwedeln. Vicky hat mir inzwischen tolle Pisten gezeigt. Ski kannst du übrigens von ihr bekommen.«

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