„Keine Chance für Mr. Right“ von Stina Milner

Männer machen nur Ärger, davon ist die junge Tierärztin Katherine fest überzeugt und geht schon aus Prinzip allen Vertretern dieser Spezies aus dem Weg. Herzklopfen, Liebe und überschäumende Hormone? Bloß nicht, vielen Dank! Beruflich hingegen würde sie gern voll durchstarten, doch das klappt bislang auch nicht wie erhofft: Ihr Boss macht ihr nichts als Ärger und ein besserer Job ist zunächst auch nicht in Sicht.
Zu allem Überfluss begegnet sie auch noch diesem umwerfenden Fremden, der mit seinen heißen Blicken und ungestümen Küssen ihr Herz zum Ausflippen bringt und ganz nebenbei ihre Welt aus den Angeln hebt. Das hat ihr gerade noch gefehlt, Katherines sorgsam geordnete Welt steht kopf. Dabei sind emotionale Verwicklungen das Letzte, was sie will!
Da kommt das lang ersehnte Jobangebot aus Texas wie gerufen. Katherine wirft ihre Bedenken über Bord und ergreift die Gelegenheit zu einem Neuanfang in den USA, weit weg von ihrer schmerzhaften Vergangenheit und dem gut aussehenden Unbekannten. Sie lässt ihr altes Leben scheinbar hinter sich, aber sie muss bald einsehen, dass man mit Weglaufen keinen Schritt weiterkommt.

Ein erfrischender Liebesroman mit Herz und Happy End über eine junge Frau, die die Schatten der Vergangenheit überwindet – humorvoll, romantisch und mit einem Schuss Sinnlichkeit.

Stina Milner | Kindle | Taschenbuch | Hardcover

Das Scheppern des Schlüsselbundes dröhnte durch das stille Haus und ging ihr durch und durch. Sie ließ den Briefschlitz an Dr. Rileys Haustür zufallen und atmete auf. Wieder war ein Tag geschafft, die Ziellinie rückte näher.
Müde schleppte sich Katherine zurück zur U-Bahn-Station. Den Mantelkragen hochgeschlagen, um den eiskalten Regen und den beißenden Wind abzuhalten, marschierte sie durch die menschenleeren Straßen. Ihre Schritte hallten hohl von den Häuserwänden wider und sie zog ihren Mantel enger um den Körper.
Im Sommer waren die endlosen Fußmärsche durch die Stadt nicht so tragisch, auch wenn es unheimlich war, spätabends allein unterwegs zu sein. Aber im Winter war es absolut kein Spaß, sich nachts an den zugigen Bahnhöfen herumzudrücken, schon gar nicht jetzt bei diesem Schmuddelwetter.
Der Wind fegte ihr in den Mantel und sie fröstelte. Eilig durchquerte sie den düsteren, graffitiverschmierten Zugang zum Bahnsteig und atmete auf. Sie hatte Glück, gerade fuhr ihre Bahn ein. Jetzt musste sie nur noch der behaglichen Wärme im Zug trotzen und die Augen offenhalten, dann hatte sie es so gut wie geschafft. Von der Haltestelle aus waren es nur fünf Gehminuten bis zu dem Haus, das sie zusammen mit zwei weiteren Frauen gemietet hatte.
Ein paar Stationen später stieg sie aus der Bahn und marschierte los. Als das alte Häuschen mit der bröckeligen roten Backsteinfassade und der verbeulten Dachrinne in Sichtweite kam, atmete sie auf und beschleunigte ihre Schritte. Sie steckte den Schlüssel in das schwergängige Schloss und öffnete die Eingangstür. Die Neonlampe an der Decke des Flurs flackerte kurz, ehe sie konstant brannte, und Katherine zog müde ihre schwere Winterkleidung aus. Sie schlurfte in die Küche, um sich einen Tee zu kochen, und stieg dann hinauf ins Dachgeschoss, das sie für sich allein hatte.
Sie sah sich in dem karg eingerichteten Raum um und drehte mit einem Frösteln die Heizung auf. Ihr Apartment war schmucklos und nicht gerade wohnlich, doch da sich die Sache mit ihrem Job bei Dr. Riley nicht wie erwartet entwickelt hatte und sie keine Ahnung hatte, wie es weitergehen würde, brauchte sie ihr mageres Gehalt nicht in Möbel oder Wandfarbe zu investieren.
Und vielleicht war London mit etwas Glück ja doch nur eine Zwischenstation und ihr Weg führte sie bald noch deutlich weiter in die Welt hinaus? Zumindest, sofern Professor Munro noch in diesem Leben eine Entscheidung traf und sie hoffentlich in seine Klinik nach Texas holte!
Sie seufzte und rieb sich über die Stirn. Das war das Gemeine an Hoffnungen und Herzenswünschen. Man konnte erst richtig damit abschließen, wenn man das eigene Scheitern schwarz auf weiß vor Augen hatte. Egal wie oft sie sich vorbetete, dass sie ihre Zeit verschwendete: Bis es so weit war und die Absage eintrudelte, träumte sie weiterhin davon, unter den Fittichen des genialen Professors Karriere zu machen.
Sie kuschelte sich mit ihrer dampfenden Teetasse in den Lesesessel und starrte mit einem tiefen Seufzer in die stumpfe Dunkelheit hinaus. In der Fensterscheibe war im Schein der Leselampe nur ihr verschwommenes Spiegelbild zu erkennen, der Regen klopfte anhaltend an die Fenster und rauschte in der Dachrinne.
Katherine strich ihr üppiges langes Haar zurück. Blass und müde sah ihr das eigene Gesicht entgegen, das ewig trostlose Wetter zerrte an ihren Nerven. Im Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher, als London und die berufliche Sackgasse, in der sie festsaß, hinter sich zu lassen und ihre Nase in die heiße texanische Sonne zu halten.

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