„Für die richtige Frau würde ich töten“ von Toni Tousensemble

7 Laien, 1 Autorin – 1 heiterer Roman!

Lean, Mitte 30, Hausmeister und coole Socke, aktuell in Singlestatus „Der kriegt nie eine ab“. Die glorreiche Idee lautet: Er gibt sich als Frau aus und taucht ins Ruhrpott-Nachtleben ab. Danach versteht er bestimmt viel besser, warum Lackaffen in Anzügen oder Männer mit Plauze so begehrt sind beim weiblichen Geschlecht und er wiederum nicht – trotz Sixpack und Eigenheim in Bochum-Nord. Eine Beruhigungspille und viele Blamagen später ist klar: „Watn Scheiß-Plan, diese Verkleiderei!“ Bis irgendwann urplötzlich Hotte, Katrin und Sarah auftauchen und er vor einem ganz neuen Problem steht. Für welche zum Henker soll er sich nun entscheiden?

Ulrike Parthen | Kindle | Tolino | Taschenbuch

Toni Tousensemble ist das Pseudonym eines verrückten Autorenprojekts: Acht Menschen purzelten sich auf Socialmedia zufällig über die Füße und landeten alsbald gemeinsam im Workshop „Intuitives Schreiben“ von Ulrike Parthen. Schon bald stellte Ulrike fest: „Da geht doch noch viel mehr bei den Jungs und Mädels.“ Also schlug sie ihren Schäfchen vor, einen gemeinsamen Staffellauf-Roman zu schreiben. Ein wagemutiges Unterfangen, da außer ihr keine/r je zuvor ein Buch und schon gar keinen Roman geschrieben hatte. „Keine Ahnung, wie das gehen soll, aber ich machs!“, lautete die einhellige Antwort aller. Damit nahm das Projekt Fahrt auf, und zwar so: Die Workshop-Leiterin legte mit den ersten Seiten vor. Klar war zu dem Zeitpunkt nur eines: Romanfigur Lean sollte – aus welchen Gründen auch immer – gelegentlich in eine Frauenrolle schlüpfen. Den Rest ersponn jede/r Staffelläufer/in vollkommen intuitiv. Genau so, wie sie das im Workshop geübt hatten. Und so übergab jede/r nach einigen Seiten seinen Staffelstab an den Nächsten/die Nächste. Am Ende dieses verrückten Projekts stehen wir stolz vor dem Ergebnis und denken uns insgeheim: „Was für ein geiler Scheiß!“ Und natürlich hoffen wir, dass es dir beim Lesen genauso geht.

„Hey Lean, planst du einen Banküberfall?“ Wie vom Blitz getroffen, drehe ich mich um. In der Hand eine Packung schwarze Nylons in Größe 36. Mein ‚Lieblings‘-Kollege Horst steht direkt hinter mir und grinst auf eine Weise, dass ich ihm am liebsten sofort eine reinhauen würde. Dieser Wunsch keimt regelmäßig in mir auf, wenn ich auf Arbeit mit ihm zu tun
habe. Heute noch viel mehr – aus Gründen. „Hallo Horst, dann mal noch viel Spaß beim Einkaufen“, entgegne ich nur. Wäre ja noch schöner, wenn ich ausgerechnet ihm versuchen würde zu erklären, warum ich vor der Auslegeware für Feinstrümpfe stehe und mich nicht entscheiden kann, ob ich Den 25 oder 30 nehmen soll. Das geht nun wirklich niemanden etwas an. Daher bin ich für diesen Einkauf auch extra von Bochum- Nord nach Castrop-Rauxel gefahren: Dort kennt mich keine Menschenseele. Hat ja richtig gut hingehauen, mein Plan. Morgen weiß es dann das gesamte Altenzentrum: „He, schon gehört? Der Stark kauft sich schwarze Nylons!“ Und spätestens übermorgen hält mich jeder für schwul oder alternativ für den verrückten Hausmeister, der abends heimlich als Drag Queen auf der Showbühne steht. Immer diese Vorurteile! Jedenfalls bin ich himmelweit von beidem entfernt. Ich mag Röcke, Pumps oder Schminke überhaupt nicht und stehe zudem so was von auf Frauen. Mehr geht kaum. Leider habe ich mit 37 noch keine abbekommen, und das deprimiert mich in letzter Zeit mehr, als mir lieb ist.

„Ich würde die mit der Naht nehmen. Die steht dem sexy Leannie bestimmt besser“, funkt Horst zwischen meine Gedankengänge und lacht dabei so laut, dass die Wände des Einkaufsladens nur so wackeln. Genervt werfe ich die Strümpfe zurück auf den Angebotstisch und flüchte. Anders werde ich diesem Idioten wohl kaum entkommen können. Von ihm lasse ich mich bestimmt nicht von meinem Plan abbringen. Doch zuerst muss ich mein Adrenalin wieder auf Normaldosis einschwingen. Bei Begegnungen mit Horst entgleist mein Pegel grundsätzlich. Ich setze mich spontan in das Café im Erdgeschoss des Kaufhauses. Hier bin ich vor Horst sicher, der mag nämlich keinen
Kaffee, nur Spezi und Bier. So sieht er gelinde gesagt auch aus:
kugelrund! Meistens blitzt unter seinem T-Shirt ein Teil der Kugel heraus, weil es viel zu kurz für den immensen Umfang ist. Das ist vielleicht ein Anblick. Trotzdem ist Horst seit 15 Jahren verheiratet und parallel ständig am Fremdflirten. Das soll mal einer verstehen.

Blick ins Buch (Leseprobe)

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