„Die Mädels von der Burg – Eine Bühne für die Liebe“ von Nora Gold

Alles auf Neustart. Gemeinsam mit ihren Freundinnen eröffnet Friederike ein kleines Burghotel in Süddeutschland. Einer der ersten Gäste ist ausgerechnet ihr Ex-Freund Rick aus London. Und auch sonst sind Turbulenzen angesagt.

Endlich ist für Friederike, Zoe, Britt und Leyla der große Tag gekommen: die Eröffnung ihres Burghotels. Doch dann scheint plötzlich alles verloren, bevor es begonnen hat. Ausgerechnet Susannah von L. will ihre Verlobung mit einem großen Fest auf der Burg feiern. Die bekannte Influencerin liebt den Luxus und ist in der Branche gefürchtet. Nichts ist vor ihrer vernichtenden Kritik sicher. Wie soll da ein kleines Hotel, das ganz auf gebrauchte Möbel setzt, ihrem kritischen Blick standhalten?
Derweil steht Friederike vor einer ganz anderen Herausforderung. Ihr Ex-Freund Rick gehört ebenfalls zu den ersten Gästen des Burghotels – zusammen mit seiner neuen Freundin. Inzwischen ist Rick ein erfolgreicher Schauspieler und auch privat mit seiner Serienpartnerin glücklich. Und dann quartiert sich auch noch Christoph zu Thannenheim im Torhaus ein. Der skurrile Professor und Eulen-Fan weiß Mysteriöses aus der Geschichte der mittelalterlichen Burg zu berichten. Zum Beispiel über vier junge Frauen, die seit grauer Vorzeit in den alten Gemäuern spuken sollen. Eine von ihnen ist Frieda. Während ihres Aufenthaltes auf der Burg 1847 tanzte sie nachts auf dem Burgturm einen Fandango und stürzte sich anschließend hinunter. In jeder Juninacht, in der sich ihr Tod jährt, zeigt Frieda erneut ihren ekstatischen Tanz hoch oben auf den Zinnen.

Die Mädels von der Burg – eine Bühne für die Liebe‘ ist der Auftakt zur neuen Romanserie von Nora Gold.

Nora Gold | Kindle | Taschenbuch

„Seid ihr sicher, dass ihr die Nacht auf dieser Burg verbringen wollt?“
Die tiefe Stimme des Mannes erfüllte den Innenhof mit ihrem warmen Klang. Christoph zu Thannenheim erzählte so mitreißend, dass die gesamte Festgesellschaft ihm schon seit einer Viertelstunde gebannt lauschte. Ein bisschen lag es auch an seiner außergewöhnlichen Erscheinung. Er war groß, schlank und trotz seines fortgeschrittenen Alters stand er kerzengerade vor ihnen. Seine langen weißen Haare hatte er zu einem lässigen Knoten hochgesteckt. Wie immer trug er steingraue, fast weiße Kleidung, was ihm etwas Gespenstisches verlieh. Doch er war höchst lebendig, wie seine funkelnden Augen und sein verschmitztes Lächeln verrieten. Bei der unerwarteten Frage bekamen einige Gäste plötzlich Gänsehaut.
Inzwischen war es vollkommen dunkel geworden, nur ein paar Sterne leuchteten vom Nachthimmel. Der warme Sommerabend war wie geschaffen für eine Feier in mittelalterlicher Kulisse. Längst waren im gesamten Burghof Stalllaternen und Fackeln entzündet worden und auf den Tischen erhellten Windlichter die Szenerie. Sie warfen ihren flackernden Schein auf gespannte Mienen.
„Warum sollten wir hier nicht übernachten?“, fragte ein Gast irritiert.
Christoph zu Thannenheim blickte ihn ein paar Sekunden lang eindringlich an, bevor er mit seiner Erzählung fortfuhr.
„Weil ihr im Morgengrauen Zeugen eines außergewöhnlichen Ereignisses werden könnt. Wenn Frieda auf die Turmzinnen steigt und sich zu Klängen, die kein menschliches Ohr je gehört hat, in Ekstase tanzt.“
Einige Gäste wandten sich dem Bergfried zu, der an die Wohngebäude grenzte und sich hinauf in die Dunkelheit erstreckte. Groß und mächtig stand er seit Jahrhunderten da und dem einen oder der anderen schoss durch den Kopf, dass dieser Turm vermutlich auch noch da sein würde, wenn sie es nicht mehr wären. Etwas Erhabenes ging von dem alten Bauwerk aus. Und etwas Unheimliches.
„Jemand will auf den Zinnen dieses Turms tanzen?“, rief eine junge Frau entsetzt und ein bisschen zu laut. Offenbar hatte sie schon ausgiebig von dem Frankenwein getrunken, der an diesem Abend kredenzt wurde. „Das ist doch absolut unmöglich.“
„Kein Mensch überlebt einen Absturz von dort“, pflichtete ihr eine andere Frau bei, deren Kopf eine kunstvolle Hochsteckfrisur zierte, „und der wird unweigerlich folgen, so schmal wie diese Zinnen sind. Ich war heute Nachmittag oben.“
„Das wird Frieda aber nicht davon abhalten“, erwiderte Christoph, während er die Gäste an den Tischen genau beobachtete. „Im Morgengrauen tanzt sie auf den Zinnen einen Fandango. Das tut sie in jeder Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Seit 1847. Und wie jedes Mal wird ihr Tanz auch in dieser Nacht mit einem Sturz in den Burghof enden.“
Irgendwo rief ein Käuzchen, doch die eben noch so fröhliche Festgesellschaft war nach Christophs letzten Worten verstummt.

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