„Mr. Never-Ever (The Cavaliers 1)“ von Monica Bellini

Clive Atkinson arbeitet in Genf für die Vereinten Nationen. Er geht in seinem Job auf, nur gelegentlich gönnt er sich einen One-Night-Stand – vom Flirt bis zum Sex, nie darüber hinaus. Bis er über sein weibliches Pendant stolpert …

Die Journalistin Janet Thompson ist zwar blauäugig und blond, aber vom Barbie-Klischee eine Galaxie entfernt. Die Überholspur gehört ihr. Ihre Kollegen können lediglich ihre Rückseite bewundern, als sie im europäischen UN-Headquarter akkreditiert wird. Karriere ist alles, Männer nur ein gelegentlicher Zeitvertreib. Und so verwirrend dieser superheiße Clive auch ist – mehr als eine Nacht ist nicht drin!

Monica Bellini | Kindle | Taschenbuch

»Großartig, Janet.« David Todua sprach sie mit ihrem Vornamen an, und plötzlich hatte sie das Gefühl, dazuzugehören. Es dauerte allerdings nur eine oder zwei Sekunden, denn das, was er sagte, als er weitersprach, zog ihr den Boden unter den Füßen weg. »Ihr Vorschlag wurde somit unmissverständlich angenommen, was automatisch mit sich zieht, dass Sie an der Umsetzung arbeiten werden. Sprich, Sie, Ms. Thompson, werden die Entscheidungsbefugten seitens der WHO und des UNHCR zusammenbringen. Aber Sie werden das natürlich nicht allein tun, dazu wäre es zu diesem Zeitpunkt schlichtweg zu früh. Clive Atkinson kennt alle Abläufe und all die Regeln, die innerhalb unserer Organisation eingehalten werden müssen, um diplomatische Verwicklungen zu vermeiden, und hat schon viele derartige Projekte geleitet. Er ist der richtige Mann für Sie!«
Janets Herz rutschte abwärts. Es fühlte sich an, wie wenn sich ihr lebenserhaltendes Organ plötzlich nicht mehr in der Brust, sondern in ihrem Bauch befände. Dort spürte sie ihren Puls – und als sie ihren Blick Clive zuwandte, sorgte ein eiskalter Schauer, der sich von ihrem Nacken löste und wie ein Blitz über die Wirbelsäule nach unten sauste, dafür, dass sie Gänsehaut bekam.
Danach fehlten in ihrer Erinnerung einige Minuten. Sie begriff nämlich erst, dass das Meeting beendet war, weil Stuhlbeine über den Boden rutschten, Menschen aufstanden und zugleich der Geräuschpegel im Raum anstieg. Ein paar Leute lachten und im selben Moment näherte jemand seinen Kopf von hinten dem ihren. Sie musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wer es war. Clives unverkennbarer Duft hüllte sie ein.
»Wir müssen reden.« Er sprach nicht, er knurrte.
»Aber doch nicht hier«, erwiderte sie flüsternd.
»Natürlich nicht«, blaffte er.
Sie erschrak, fühlte sich beengt, rutschte auf der Sitzfläche zur Seite, während sie ihren Rücken über die Armlehne nach hinten bog und ihm ihr Gesicht zuwandte. Hätte sie das nur nicht getan! Die steile tiefe Falte an seiner Nasenwurzel sprach Bände. Janet schluckte.
»Erinnerst du dich noch, wo ich wohne?«
Automatisch nickte sie.
»Heute Abend um acht bei mir. Sei pünktlich.«
Sie begriff erst, was geschehen war, als Clive Atkinson längst den Raum verlassen hatte. Doch sie kam nicht dazu, darüber nachzudenken, dass seine Frage, ob sie sich noch an die Adresse erinnern würde, eine Unverschämtheit war. Wie denn nicht? Sie hatte mit ihm in seiner Wohnung den besten Sex ihres Lebens gehabt – und nicht nur ein einziges Mal!
»Janet, ich bin Birgit Wyss, Mr. Toduas Sekretärin.« Die Frau mit den karottenroten Haaren reichte ihr die Hand. »Du bist eine wohltuende Überraschung. Was hältst du davon, mir beim Mittagessen ein wenig von dir zu erzählen?«

Janet dachte erst wieder an Clives taktlose Frage und die Art, mit der er sie zu sich einbestellt hatte, als das Taxi kurz vor acht vor dem Apartmenthaus hielt, in dem er lebte. Plötzlich war die Wut erneut da, als ob sie nie verschwunden wäre. Sie zahlte die Fahrt, stieg aus dem Wagen und stürzte zum Klingelbrett neben dem Eingang. Lediglich die Tatsache, dass das Haus eine überschaubare Anzahl von Wohnungen und bloß zwei pro Stockwerk hatte, ließ sie auf Anhieb die richtige Klingel finden, denn anstelle von Namen waren auf den Schildern nur Nummern zu lesen. Clive antwortete nicht. Stattdessen schnarrte der Türöffner. Janet hatte es zu eilig, diesem verdammten Mistkerl ihre Meinung zu sagen, um den Lift zu nehmen. Sie lief die Treppe nach oben. Clive lehnte barfuß in einer tief auf den Hüften sitzenden Trainingshose und einem Shirt gegen den Türrahmen, packte sie an der Hand, zog sie in den Flur und trat die Tür mit dem Fuß zu.
»Hat dir schon jemand gesagt, dass du ein Ar…«
Er erstickte die nächsten Buchstaben und den Rest des Satzes, indem er ihre Lippen mit den seinen verschloss, seine Zunge dazwischenschob und sie so hart und leidenschaftlich küsste, dass sie einen Blackout hatte. Als sie zu sich fand, konnten ebenso zwei wie zwanzig Minuten vergangen sein – sie wusste es nicht. Aber ihre Wut flammte sofort wieder auf.
»Du bist so ein verdammter …«
Clive legte seine Hand auf ihren Mund. Er schüttelte den Kopf und seine braunen Augen schienen golden zu funkeln.
»Sei still, Janet. Ich will nicht hören, was du zu sagen hast, bevor wir beide nicht miteinander fertig sind. Bis dahin lass uns jetzt einfach nur so tun, als ob der heutige Tag nicht stattgefunden hätte.«
Sie wiederholte fragend die zwei Wörter, an die sie sich erinnerte. »Miteinander fertig?«
Clive nickte, ließ resolut ihre Jacke von den Schultern gleiten und öffnete mit einer Hand die Knöpfe ihrer Bluse. Mit der anderen bugsierte er sie in den rundum verglasten Wohnraum. Dort beugte er sie über die Sofalehne, schob ihren Rock mit festem Griff nach oben und stöhnte auf. Vermutlich, als er die Bordüre der halterlosen Strümpfe und die nackte Haut darüber bemerkte. Oder aber …

Blick ins Buch (Leseprobe)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: